| Dominic Grzbielok |
Was sind Aktien, Fonds und Zertifikate?
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Mit Aktien werden Anleger ein kleines bisschen zum Unternehmer. Mit dem Kauf einer Aktie erwirbt man einen Bruchteil des Stammkapitals des Unternehmens. Das Wort Aktie kommt aus dem Lateinischen, actio bedeutete im römischen Recht das Anteilsrecht. Wem ein Teil eines Unternehmens gehört, kann darüber auch mitbestimmen: Aktionäre haben deshalb auch das Recht, an Aktionärstreffen wie etwa Hauptversammlungen teilzunehmen. Dabei wird über die Arbeit des Managements entschieden, wichtige Weichenstellungen wie Unternehmenskäufe und -verkäufe müssen von den Aktionären erlaubt werden. Ende 2006 gab es laut einer Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI) etwa 4,2 Millionen Aktienbesitzer in Deutschland.
15,8 Prozent der Deutschen besitzen Aktien oder Fonds. Das hat das Deutsche Aktieninstitut herausgefunden. Im internationalen Vergleich ist das aber ein sehr geringer Aktionärsanteil. In der Schweiz hat jeder Fünfte Aktien. Rekordhalter ist Australien: Dort sind 52 Prozent der Bevölkerung Aktionäre.
Wichtigster deutscher Börsenplatz ist Frankfurt. Nach Angaben der Deutschen Börse, deren Aktie man ebenfalls kaufen und verkaufen kann, werden 98 Prozent der deutschen Aktienhandelsgeschäfte dort abgewickelt. Das Bild von der großen Kurstafel im Handelssaal kennt jeder.
Was sind Fonds?
Fonds sind eine Mischung anderer Wertpapiere. Die Vorsilbe gibt meistens an, in was diese Fonds investieren. Bei Aktienfonds sind es Aktien, Immobilienfonds setzen auf Immobilien, Rentenfonds auf Renten. So nennen Banker in der Regel festverzinsliche Wertpapiere. Klassischerweise denken Anleger hierbei zuerst an Staatsanleihen, mit denen Vater Staat (Bund, Land, Kommunen, aber auch andere Länder) seine Schulden finanziert. Aber auch Unternehmensanleihen sind in einem gut gemischten Rentenfonds sehr gut aufgehoben. Sie bringen in der Regel mehr Rendite als etwa deutsche Staatsanleihen, aber bergen auch ein höheres Risiko.
Da jeder Fonds von Haus aus in eine Vielzahl verschiedener Wertpapiere investiert, eignen sich Fonds hervorragend für Einsteiger. Der Inhalt des Fonds wird von einem Manager oder einem Managementteam bestimmt, das die Märkte beobachtet. Sie werden mit der Managementgebühr für den Fonds bezahlt. Die Mischung macht's: Bei der Wahl eines richtigen Basisfonds, kann ein Anleger schon mit dem Erwerb von Anteilen eines einzigen Fonds einen guten Start für die Altersvorsorge hinlegen. Jede große Kapitalanlagegesellschaft (KAG) hat milliardenschwere Standardfonds im Angebot, die sich zu diesem Zweck anbieten. Zur Orientierung auf dem Markt tragen einige Ratinggesellschaften bei, die je nach Konzept die Performance des Fonds, die Qualität des Managements oder andere Faktoren bewerten.
Was sind Zertifikate?
Zertifikate sind das komplizierteste Anlageprodukt in diesem Vergleich. Sie beziehen sich immer auf andere Wertpapiere, müssen sie aber anders als Fonds nicht notwendigerweise bündeln. In der Regel verweisen sie zwar auf andere Anlageformen, müssen diese aber nicht notwendigerweise besitzen. Normalerweise haben Zertifikate eine Laufzeit, da sie auf das Eintreten bestimmter Ereignisse setzen - wie etwa das Erreichen einer bestimmten Kursschwelle.
Zertifikate sind so unterschiedlich wie zahlreich. Ihre genauen Unterschiede werden wir in einem späteren Teil unserer Serie erklären. In Deutschland werden sie immer beliebter, da sie - wie etwa die Produkte mit Kapitalgarantie (100-prozentiger Vermögenserhalt) - dem Sicherheitsbedürfnis deutscher Anleger entgegenkommen. Nach Angaben des Deutschen Derivate-Instituts (DDI) rechnen Vermögensverwalter und Bankberater damit, dass der Absatz von Anlage-Zertifikaten zukünftig zu Lasten von Aktienfonds und Aktien weiter zunehmen wird. Allerdings sind unter den ausgesuchten Anlageformen diejenigen Produkte, die am meisten Beratung erfordern. So gibt es Zertifikate, die gegen Kapitalverlust vollständig abgesichert sind, egal, was mit dem Kurs des zugrunde liegenden Wertpapiers geschieht.
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