Eva Schiwarth

Fondssparen: Kleinvieh macht auch Mist

Wie auf einer Treppe geht es für Fondssparer immer weiter nach oben: Der Zinseszinseffekt sorgt beim langjährigen Sparen für einen exponentiellen Vermögensaufbau. Deswegen ist es für junge Berufstätige wichtig, früh mit dem Sparen anzufangen. Nur: Renditeträchtig sollte es sein. (Foto: Pixelio)
Von den 15,6 Millionen Deutschen, die laut GfK-Studie im Jahr 2006 Geld in Fonds investieren, nutzt mehr als die Hälfte die Anlage in Fondssparpläne. Besonders beliebt ist es dabei offenbar, staatliche Zulagen und Fördermittel für Altersvorsorge und Vermögensaufbau in Fondssparplänen zu sammeln. Beim Bundesverband für Investment und Asset Management (BVI) zählte man Ende 2006 rund 5,1 Millionen Aktien-Sparpläne für vermögenswirksame Leistung und rund 1,2 Millionen Riester- Fondssparpläne.
 
Für das Investieren in Fondssparpläne muss man weder Profi noch besonders vermögend sein: rund 50 Prozent der Sparplan-Sparer zahlen laut BVI zwischen 50 und 149 Euro monatlich ein. Bei einem Fondssparplan kauft man nämlich nicht einmal ein große Summe an Wertpapieren, sondern Monat für Monat in kleinen Beträgen einen Anteil vom ganzen Investmentfonds, also nur kleine Stückchen vom großen Kuchen. So kann man auch mit geringem finanziellen Einsatz über eine lange Zeit hinweg ein kleines Vermögen anhäufen.
 
 
Größter Vorteil des Sparens nach Plan ist die Flexibilität: Es kann jederzeit begonnen werden, Fachleute raten sogar dazu, dabei nicht unbedingt auf gerade niedrige Börsenkurse zu achten. Der Sparbetrag kann frei gewählt, jederzeit verändert - und falls gerade eine finanzielle Durststrecke ansteht - auch mal ausgesetzt werden. Wichtig auch: Der Fondssparer kommt jederzeit an sein Geld ran - falls er nicht gerade seine Riesterzulagen oder vermögenswirksame Leistungen anlegt.
 
 
Je länger man in einen Fondssparplan einzahlt, desto größer sind die Gewinne am Ende. Der Zinseszinseffekt vergrößert das Vermögen noch zusätzlich. Er entsteht, wenn jährliche Erträge in den Folgejahren mitverzinst werden. Ein Rechenbeispiel vom BVI zeigt, dass ein langer Atem belohnt wird: Wer zum Beispiel Monat für Monat 50 Euro in einen Aktienfonds (Anlageschwerpunkt Deutschland) eingezahlt hat, der kann nach 10 Jahren auf rund 8300 Euro zurückgreifen, nach 20 Jahren sind es knapp 30 000 Euro.
 
Langer Atem wird belohnt
 
Nach 30 Jahren kann man sich über die stattliche Summe von rund 94 000 Euro freuen - das macht eine jährliche Rendite von 9,5 Prozent (Stichtag 31. 12. 2006) Selbst eingezahlt hat man im letzten Fall gerademal 18 000 Euro. Wer zusätzlich gleich zu Beginn eine größere Summe locker machen und anlegen kann, schiebt die angenehme Zinsspirale schon viel eher an. Beim langfristigen Sparen - also mindestens 10, besser 15 bis 20 Jahre - wirken sich außerdem vorübergehende Kursrückgänge an den Börsen wie zum Beispiel in den Jahren 2000 bis 2002 nicht negativ aus.
 
 
Weiterer Vorteil des Fondssparens ist der sogenannte "Cost-Average-Effekt": Da sich der Kurs von Investmentfondsanteilen täglich ändert, erwirbt der Sparer entsprechend den Kurs-Schwankungen die Anteile mal zu niedrigen, mal zu höheren Preisen. Auf lange Sicht profitiert man so vom "Durchschnitts-Kosten-Effekt".
 
Und welchen Fonds nehm' ich nun?
 
Für Riester-Fondssparpläne gibt es meist speziell entwickelte Produkte, die den gesetzlichen Kriterien entsprechen. Auch eignen sich nicht alle Investment-Fonds für die Einzahlung der vermögenswirksamen Leistung durch den Arbeitgeber. Aber ansonsten hat man als angehender Fonds-Sparer recht freie Wahl und kann je nach Risikoneigung und Vorlieben eine oder mehrere Fonds für seinen persönlichen Sparplan auswählen. Zu den Sparplan-Bestsellern zählen laut Zeitschrift "Das Investment" die internationalen Aktienfonds DWS Vermögensbildungsfonds I, der Templeton Growth und der Europa-Fonds Fidelity European Growth.
 
 
Rund drei Viertel aller Fondsparpläne werden von Banken und Sparkassen verkauft: Wer Beratung über die richtige Auswahl des Fonds für seinen Sparplan benötigt, der ist dort sicher auch gut aufgehoben. Dabei sollte man allerdings beachten, dass wie beim Einmal-Kauf auch bei Fondsanteilen immer eine Gebühr für den Kauf fällig wird. Diese kann bis zu fünf Prozent betragen. Meist werden zudem noch jährliche Gebühren für das Anlagekonto fällig. Bei Direkt-Banken im Internet fällt ein Teil dieser Gebühren weg. Außerdem bieten verschiedene Anbieter Fondssparpläne für gleiche Investmentfonds zu unterschiedlichen Preisen an. Bei der Stiftung Warentest gibt es einen Kostenrechner, mit dem man unterschiedliche Preismodelle vergleichen kann.
 
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